DATENINTERFACE, TASTATURINTERFACE, DIREKTANSCHLUSS VON MESSMITTELN

Wege, die Messwerte an die Software zu übertragen

03.12.2018: Volker Huss, Brecht Elektronik GmbH

In modernen Prozessen wird eine Vielzahl von verschiedenen Messmitteln eingesetzt. Diese verwenden viele verschiedene Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle oder Dateiformate zur Datenübergabe. Während die Datenübergabe in Dateiform durch die Softwarepakete direkt gelöst wird, können die Hardware-Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle nur zum Teil durch die Softwarepakete selbst gelöst werden.

Interface-„Boxen“ erledigen die Anpassung an die verschiedensten Messmittel, ohne dass der PC besondere Hardware benötigt oder die Software angepasst werden muss. Messmittel mit eigenem USB-Anschluss arbeiten entweder als Tastatur- oder Dateninterface und werden in der jeweiligen Rubrik mit betrachtet.

Tastaturinterfaces

Tastaturinterfaces melden sich am PC über USB als zusätzlicher numerischer Ziffernblock an. Es wird der Standard-Tastaturtreiber des Betriebssystems verwendet, eine spezifsche Treiberinstallation ist in der Regel nicht erforderlich.

Die Anwendung ist denkbar einfach: Cursor in das Eingabefeld stellen, Datenübernahmetaste am Tastaturinterface drücken und der Messwert wird „eingetippt“. Das funktioniert mit jeder Software die eine Dateneingabe über die Tastatur zulässt. Die Einfachheit bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Wenn verschiedene Messmittel verwendet werden, muss am Tastaturinterface Prüfschritt für Prüfschritt das richtige Messmittel über die Auswahltasten selektiert sein. Auch könnte so jederzeit ein von Hand „guter Messwert“ eingegeben werden statt eines ggf. außer der Toleranz liegenden Messwerts zu übertragen.

Viele Messmittel mit USB-Anschluss melden sich am PC als Tastatur an und arbeiten als Tastaturinterface. Da ein PC theoretisch beliebig viele Tastaturen haben kann, können auch mehrere Messmittel mit Tastaturfunktion verwendet werden. Allerdings wird es dann sehr schnell unübersichtlich von welchem Messmittel tatsächlich der aktuelle Messwert stammt.

Die Brecht-Geräteserie T-Mux N sind Tastaturinterfaces mit 3, 3+1 und 5+1 Kanälen. An die T-Mux N 3 können 3 Messmittel mit Digimatic-Anschluss angeschlossen werden. Die T-Mux N 3+1 und T-Mux N 5+1 haben 3 bzw. 5 Digimatic- und jeweils einen RS-232 Messgeräteanschluss. Die Auswahl des aktuell benötigten Messmittels erfolgt über eine übersichtliche Funktionstastatur.

Dateninterfaces

Dateninterfaces haben eine eigene Kommunikationsschnittstelle, meist einen COM-Port (RS232 oder USB) und ein eigenes Kommunikationsprotokoll. Die PC-Software muss nur das Kommunikationsprotokoll des Dateninterface „sprechen“, die Messgeräteseite wird eigenständig durch die „Interface-Box“ behandelt. Durch die Kommunikation mit dem Dateninterface kann die PCSoftware selbstständig das jeweils benötigte Messmittel auswählen. Messwerte können vom Messmittel gesendet werden oder am Dateninterface mit der Datenübernahmetaste gesendet werden oder die Software kann die Daten selbst abholen. Damit ist die Steuerung auch komplexer Prüfpläne problemlos realisierbar...


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